Reisebericht Almaty

 

09.09.2018

 

Sehr enttäuscht, dass wir nun auf unserer Reise Kasachstan nicht kennen lernen konnten, entschieden wir uns für einen Kompromiss und einen Besuch Kasachstans per Flug. Die ersten 5 Tage gehörten Almaty, der früheren Hauptstadt.

Unser Hotel war mitten in einem Wohnviertel und gleich an der nächsten Strasse standen mehrere Schulen. Auf unserer Reise haben wir uns an den Anblick der Schuluniformen gewöhnt, doch was wir hier sahen, übertraf die Bisherigen weit an Eleganz. Kleine Knaben trugen weisse Hemden zu ihren dunkelblauen Hosen. Doch wohl je nach Schule steckten sie bereits ab 10 Jahren im Anzug inkl. Gilet. Die Haarmäscheli der Mädchen waren wieder weiss und oft so gross, dass sie den ganzen Kopf bedeckten.

 

Die Leute wirken in ihrem eurasischen Aussehen äusserst elegant. In der Öffentlich Haben Männer und Frauen einen lockeren und fairen Umgang miteinander, worüber wir uns sehr freuten. Die Leute wirken lustig, sie lachen, wenn wir etwas komisches sagen oder sie uns nicht verstehen. Sie mögen Disco und Musik. Bereits unser erster Taxifahrer vom Flughafen zum Hotel stellte sich als Discotaxi vor und präsentierte uns seine Lieblingsmusik. Die Melodie ist der russischen Musik ähnlich, doch die Sprache selber ist dem Türkisch verwandt. Ziemlich praktisch, denn mindestens die Zahlen von 2 bis 5 klingen gleich wie in der Sprache der Türken. Auch sonst scheinen sie uns zu verstehen, wenn wir ein Wort aus unserem schon fast vergessenen türkischen Wortschatz hervorzauberten.

 

Gleich um die Ecke haben wir ein Restaurant zu unserem Lieblingslokal erklärt. Es bietet wie so viele andere Restaurants vor allem Schaschlick an. An einem langen scharfen Spiess ist Fleisch in Brocken aufgespiesst. Dies wird über heisser Kohle meist in einem Ofen draussen gebraten…. und schmeckt herrlich.

 

 

 

Hier in Almaty, so nahe an der chinesischen Grenze wollten wir so gerne an die Chinesische Grenze fahren. Diese Grenze hätten wir auch bei unser ursprünglich geplanten Reise passiert. Auf dem nahegelegenen Busbahnhof fanden wir nur einen Bus, welcher mehr als 24h brauchte, um dorthin zu gelangen. Vor dem Bahnhof fragten wir nach einem Bus bis nach Khorgos. Dieser Taxifahrer bot uns gleich an, uns bis dorthin zu fahren. Er brauche bis dorthin nur 4 Stunden. Nach abgemachtem Preis liessen wir uns zu seinem Auto führen. Ein uralter Audi ohne richtigen Anlasser und ohne funktionierender Tachometer wurde geschickt über einen Kurzschluss angelassen und die laufende Heizung während der ganzen Fahrt sorgte dafür, dass der Motor etwas abgekühlt wurde. Auch dieser Taxifahrer stellte sich trotz etwas fortgeschrittenem Alter als Discoman heraus. Er lässt dem Steuer freien lauf, um mit beiden Händen zu tanzen. Dies war noch das kleinere Übel, denn die laufende Heizung ermüdete ihn rasch und besorgt beobachteten wir, ob er sich noch auf die Strasse konzentrieren kann. Er schien Schmerzen an den Händen zu haben. Auch der Taxifahrer auf der Rückfahrt wurde schnell müde und schien sehr starke Rückenschmerzen zu haben. Die Freude darüber, dass wir ihm und seiner Familie ein grosszügiges Tageseinkommen bescheren konnten, wich der Sorge, dass die Leute nicht fit sind und ohne zu jammern mit teils erheblichen Gebrechen leben. Es war nicht so einfach zu erkennen, dass auch hier eine grosse Mehrheit an Menschen in sehr grosser Armut lebt.